Flüchtlinge willkommen heißen – Heidelberg sagt ja!

Heidelberg ist eine weltoffene Stadt von internationalem Ruf. Menschen aus aller Welt leben und arbeiten hier und machen die Stadt zu einem wissenschaftlich und wirtschaftlich weltweit bedeutenden Standort. Es ist ein großes Glück, in einem friedlichen Land und in einer wohlsituierten, lebendigen Stadt wie Heidelberg zu leben.

Flüchtlinge willkommen heißen

Nicht alle Menschen haben dieses Glück. Wir möchten deshalb als Bewohnerinnen und Bewohner Heidelbergs Flüchtlinge, die in Anbetracht der globalen Krisen zu uns kommen und unserer Unterstützung bedürfen, willkommen heißen. Ihnen Schutz und Sicherheit zu bieten, sollte unser aller Anliegen sein. Je mehr Heidelbergerinnen und Heidelberger mithelfen, desto einfacher werden wir die aktuelle Herausforderung als Stadt meistern und den Menschen ein würdiges Ankommen ermöglichen.

Ein Leben in Frieden

Derzeit sind weltweit circa 50 Millionen Menschen auf der Flucht vor Gewalt, Hunger und Verfolgung. Die Zustände in ihrer Heimat und die Flucht sind oft lebensbedrohlich. Dennoch nehmen sie das Risiko auf sich und hoffen auf einen Alltag in Frieden. Europa ist für viele Menschen aus krisengeschüttelten Regionen das Versprechen für ein Leben in Frieden und Menschenwürde.

Menschen auf der Flucht

„80 bis 85% der Flüchtlinge können keine großen Wege zurücklegen und bleiben in der Herkunftsregion. Viele schaffen es nicht, die eigene Staatsgrenze zu überwinden. Solche Menschen nennt man Binnenvertriebene. Im Jahr 2012 waren das 28,8 Millionen. Flüchtlinge, die in anderen Ländern Schutz suchen, leben weit überwiegend außerhalb Europas. 2012 wurden in der gesamten EU rund 300.000 Asylanträge gestellt. Staaten wie Pakistan, Iran und Kenia beherbergen viel mehr Flüchtlinge als die reichen Staaten des Westens“. (Quelle: ProAsyl)

Heidelberg schützt Flüchtlinge

In diesen Wochen suchen tausende Menschen Zuflucht in unserem Land, weil sie uns brauchen und an uns als Wertegemeinschaft glauben. Heidelberg ist den Schritt gegangen, die Erstaufnahmestelle des Landes in Karlsruhe zu entlasten. Die ersten Tage haben bereits gezeigt, wie gut unsere Stadt mit dieser Ausnahmesituation umgehen kann, wie hervorragend unsere Hilfsorganisationen und Strukturen sein können, wenn es darauf ankommt. Darauf sollten wir stolz sein und die Menschen und Institutionen unterstützen, die seit Tagen alles tun, um das Ankommen zu erleichtern.
In Heidelberg leben 500 Asylbewerberinnen und Asylbewerber. Weitere 200 werden in den nächsten Wochen ein neues Leben in unserer Stadt beginnen. In den letzten Tagen bezogen außerdem 500 Menschen auf der Flucht ein Notquartier in den Patton Barracks, wo sie auf ihren Asylantrag warten.

Es geht nur gemeinsam

Unsere Behörden und Hilfswerke leisten Großartiges, um in dieser Notsituation zu helfen. Nun ist es an uns als Zivilgesellschaft, unseren Teil beizutragen. Die Menschen in den Notunterkünften, darunter viele Kinder und Schwangere, die eine monatelange Odyssee hinter sich haben, besitzen meist nur das, was sie am Leib tragen. Sie brauchen Kleidung und Hygieneartikel, ihre Kinder brauchen Spielzeug.

Wir sagen „Ja!“ – Zu einem menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen

Wir als Heidelbergerinnen und Heidelberger sagen klar und eindeutig „Ja!“ zu einem menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen. Ein Ja! zu echtem Flüchtlingsschutz und ein Ja! zu einer offenen, lebenswerten und mutigen Stadt. Ein Ja! zu unserer globalen Verantwortung. Wir erwarten von Gesellschaft und Politik einen menschenwürdigen Umgang mit Flüchtlingen. Es ist nicht nur ein Gebot des Asylrechts, sondern vor allem auch der Menschlichkeit, alle Hebel in Bewegung zu setzen, um die Menschen zu unterstützen, die in Heidelberg Schutz suchen.

Wie kann ich helfen?

Wir geben einen Überblick über die verschiedenen Anlaufstellen für Hilfen, Spenden und Engagement. Wir bemühen uns aktiv, das Netzwerk von ehrenamtlich engagierten Personen auszubauen und funktionstüchtig zu machen.

Als weltoffene Stadt möchten wir den Menschen in ihrer Notsituation helfen! Lassen Sie uns das gemeinsam tun: Helfen Sie mit!

Erstunterzeichner:

  • Professor Dr. Guido Adler (Uniklinikum Heidelberg)
  • Michael Allimadi (Vorsitzender des Ausländer- und Migrationsrats)
  • Dr. Joachim Dauer (Dekan, Katholische Kirche in Heidelberg)
  • Andreas Epple (Unternehmer)
  • Professor Dr. Anthony D. Ho (Uniklinikum Heidelberg)
  • Uwe Hollmichel (Deutsche Bank Heidelberg)
  • Jagoda Marinic (Interkulturelles Zentrum i. G., Schriftstellerin)
  • Manfred Metzner (Verlag Das Wunderhorn)
  • Gudrun Sidrassi-Harth (Asyl-AK Heidelberg)
  • Rafik Schami (Schriftsteller)
  • Holger Schultze (Intendant des Theaters Heidelberg)
  • Dr. Marlene Schwöbel-Hug (Dekanin der Evangelischen Kirche in Heidelberg)

 

Politische Unterzeichner:

Oberbürgermeister Dr. Eckart Würzner, MdB Dr. Karl A. Lamers, MdB Lothar Binding und MdB Franziska Brantner, MdL Theresia Bauer. Außerdem CDU-Fraktion: Dr. Jan Gradel, Werner Pfisterer, Kristina Essig, Thomas Barth, Waseem Butt, Alexander Föhr, Alfred Jakob, Matthias Kutsch, Dr. Nicole Marmé und Otto Wickenhäuser; Fraktion B‘90/ Die Grünen: Beate Deckwart-Boller, Dr. Sandra Detzer, Peter Holschuh, Oliver Priem, Monika Gonser, Felix Grädler, Kathrin Rabus, Christoph Rothfuss, Manuel Steinbrenner, Frank Wetzel; SPD-Fraktion: Karl Emer, Mirko Geiger, Andreas Grasser, Dr. Monika Meissner, Mathias Michalski, Michael Rochlitz, Imtraud Spinnler, Dr. Anke Schuster; FDP- Fraktion: Karl Breer und Michael Eckert; GAL-gen.hd: Judith Marggraf, Hans-Martin Mumm und Michael Pfeiffer; Bunte Linke: Hilde Stolz, Arnulf Weiler-Lorentz; Die Linke: Sahra Mirow, Bernd Zieger; Piraten: Alexander Schestag

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